Die Lesemäuse

  

Die "Lesemaus-Hefte", die über ein Onlineauktionshaus auf den Mark kamen, sind wohl die derzeit umstrittensten Abrafaxe Hefte, die es gibt. Da ich damals über eBay kein Exemplar davon erworben habe, kann ich ziemlich emotionslos die derzeitigen Fakten hier mal zusammenfassen. Es wird darüber sicher noch >>> einiges zu lesen geben <<<, aber hier zumindest meine jetzige Sicht der Dinge, die sich vor allem auf eigene Vermutungen stützt. Die Scanns der Hefte hat der Verkäufer auf Anfrage in guter Qualität zur Verfügung gestellt. Und damit beginnen eigentlich schon die Fragen.  Warum???? Aber mal der Reihe nach.

Das erste eingestellte Heft ging für lau raus. Es waren nur 10,50 €. Auf meine Anfrage nach einem guten Scann für den Katalog bekam ich erstaunlicherweise gleich die Scanns das ganzen Jahrganges. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass der Verkäufer weitere Anfragen nach Scanns oder weiteren Heften erhielt. Sicher gab es auch "unmoralische" Preisangebote um an Ebay vorbei an Hefte zu kommen. Bei Jedem, der nicht gerade auf den Kopf gefallen ist, sollten da doch irgendwelche "Glocken läuten". Kurz "gegoogelet" und man findet eigentlich nichts zu den Heften. Aber es gibt da ein Forum. Anmelden, nachfragen, zwei Antworten bekommen, die nur Mutmaßungen sind und schon ist der Moderator da und bricht alles ab. Es ist nur eine Vermutung, aber der Fragensteller war höchstwahrscheinlich der Verkäufer. Meiner Meinung nach erhielt ich die guten Scanns nur, weil der Verkäufer sich dadurch etwas Werbung erhoffte. 

Mit der spärlichen Informationsausbeute aus dem Forum kommen dann die anderen Hefte der Reihe nach zur Auktion. Was daraus resultierte, kann sich ja jeder Sammler denken. Es wurden sehr gute Preise gezahlt, bis zu rund 80,00 €. 

Beim Beenden der Forumsanfrage lag meiner Meinung nach der erste Fehler. Hätte man nicht da schon weitere Fragen zur Herkunft usw. stellen können? Nun gut, die Auktionen liefen weiter und erst bei den letzten Heften fühlte sich jemand geneppt. 

Laut Auktionsbeschreibung stammen die Hefte aus einer Räumung. Wirklich? Schaut man in das Bewertungsprofil des Verkäufers, so findet man Hauptsächlich veräußerten "Ramsch", was eigentlich für Wohnungsauflösung spricht. Den Verkäufer also pauschal als Urheber der Hefte zu betrachten halte ich zumindest für fraglich. Einer der sonst Vasen verkauft, fälscht nicht so mir nichts dir nichts mal paar Hefte. 

Sind die Hefte echt? 

Gute Frage. Die Umschläge sind Berichten nach zu Folge mit einen Farbdrucker hergestellt worden. Die zusätzliche Umschlagseite wurde aus zwei Teilen zusammengesetzt und die Kanten unsauber mit einer Schere nachgeschnitten. Das klingt nach Bastelarbeit. Aber Warum eine solche? Wurden diese Hefte also aus einer Laune heraus gebastelt, oder um damit eventuell eine Geschäftsidee umzusetzen? War von vorn herein geplant, sie durch Auktionen zu veräußern? Warum dann aber 12 Hefte? Wer andere neppen möchte, würde doch keinen ganzen Jahrgang fälschen, sondern höchstens zwei drei Hefte. 

Mietzeitschriften nur für Kinder als Geschäftsidee? Das kann wohl nicht gut gehen. Es sind bis jetzt auch keine anderen Zeitschriften wie Bummi oder Busssi Bär mit ähnlichem Umschlag bekannt. Also doch nur eine Fan Art, oder ein Fan, der sein Hobby irgendwie....... Ich glaube, hier höre ich auf, zu spekulieren. Die wirkliche Wahrheit ist derzeit wohl kaum herauszubekommen. 

Das Argument, dass es nur eine Lizenz für ein Lesezirkelheft gibt und es sich daher um Fälschungen handeln muss, lasse ich nicht gelten. Welches ist denn nun echt? Dörsch, Medien Palette, Brabandt, Daheim.... ? Gab es also schon vorher Fälschungen?  Niemand zweifelte nur eins der vier aufgezählten bis zum heutigen Zeitpunkt an. Warum nicht, wenn es nur ein echtes gibt?

Ach ja, ich vergaß das Impressum der Hefte. Es ist vorhanden, aber irgendwie auch nicht greifbar. Eine Telefonnummer ins nichts, eine Webadresse ins nichts, eine Adresse eines Bürohauses das im letzten Herbst abgerissen wurde. Das Forschen danach überlasse ich gern den anderen. Optisch gefallen mir die Hefte und sie weisen sogar kleine Retuschen zu den Originalen auf. Das auf ihnen abgebildete Logo stammt übrigen höchstwahrscheinlich von der Leseclubkarte aus dem Heft Nr. 229.